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Feminiziden oder Femiziden

Weder Familiendrama noch Ehrenmorde. Feminiziden sind Frauen*

Ermordungen des Patriarchats. Es sind keine Homizide (Tötung eines

Menschen) sondern ist die Ermordung von Frauen wegen ihrer Zugehörigkeit

zum weiblichen Geschlecht.


Den Begriff Femizid hat die südafrikanische Soziologin Diana E.H. Russell

bereits in den 1970er Jahren verwendet, um das Töten von Frauen, weil sie

Frauen sind, zu beschreiben. Das Wort macht die strukturelle Gewalt deutlich,

die in ansonsten häufig genutzten Begriffen wie «Eifersuchtsdrama» oder

«Familientragödie», aber auch in andere Begriffen wie «Partnerschaftsgewalt»

oder «häusliche Gewalt», nicht gennant wird. Marcela Lagarde, eine

feministische Aktivistin aus Mexiko, schlug darauf aufbauend vor, das Wort

Feminizid zu nutzen und mit diesem leicht veränderten Wort nicht nur die

strukturelle Gewalt, sondern auch eine Rechtsstaatlichkeit, die Gewalt gegen

Frauen* begünstigt, mit zu benennen. Es wurde als Alternative zu dem

geschlechtneutralen Wort Homicide vorgeschlagen, um geschlechtsspezifische

Unterdrückung und systematische patriarchaler Gewalt gegen Frauen* zum

Ausdruck zu bringen. So wurde den Begriff Feminizid oder Femizid von der

feminisitische Bewegung Ni una Menos (Argentinien) in den letzten Jahren

weltweit statuiert.


Nicht alle Frauen* sind auf gleiche Weise von struktureller patriarchaler Gewalt

betroffen. Sexarbeiterinnen und Transfrauen zum Beispiel sind unter den

aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen besonders gefährdet, Ziel einer

Gewalttat zu werden.


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