Nicht eine weniger - Ni una menos

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Wir nehmen uns am 25. November die Strasse, weil dieser Tag der der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist. Darauf möchten wir aufmerksam machen.


Gewalt an Frauen hat viele Gesichter: Sei es Genitalverstümmelung, Ehrenmorde, Säureangriffe, sexualisierte Übergriffe, psychischer oder physischer Missbrauch, Folter, Zwangsprostitution, Zwangsheirat, sogenannte häusliche Gewalt oder die gezielte Tötung weiblicher Föten. Gewalt an Frauen ist vieles- aber kein Bagatelldelikt und keine Ausnahmeerscheinung. Gewalt gegenüber Frauen passiert hier und jetzt, in der Schweiz genauso wie in Südamerika, in Australien, Indien, auf dem afrikanischen Kontinent, den USA oder gerade jetzt in Rojava, wo die Frauenrevolution brutal angegriffen wird.

Gewalt gegenüber Frauen passiert quer durch alle Altersgruppen und sozialen Schichten hinweg, Gewalt gegen Frauen kennt kein Millieu und kein Bildungs- oder Einkommensniveau.

Eines ist jedoch gewiss: Gewalt an Frauen und deren Endform, Femizide, ist kein Beziehungskonflikt, keine Tötung aus Leidenschaft und erst recht kein Liebesdrama. Wer diese Sprache wählt – und das tun die Medien hierzulande genauso wie anderswo – lenkt gezielt vom Kern der Sache ab: Männer töten Frauen. In vielen Ländern ist das grösste Gesundheitsrisiko für Frauen und Mädchen immernoch Gewalt durch einen Mann, nicht Hunger, nicht Krankheiten, nicht Unfälle, sondern gezielte Gewalttaten und Morde, sexualisierte Übergriffe, physische und psychische Ausbeutung.


Überall und immer

Aus einer weltweiten WHO Studie lässt sich erkennen, dass weltweit 35% der Morde an Frauen durch einen intimen Partner verübt wurden, die WHO spricht in diesem Fall von «intimen Femiziden». Laufende und vergangene Beziehungen sind für Frauen oftmals lebensgefährlich.

In Deutschland starben seit 2015 jährlich zwischen 300 und 450 Frauen durch das, was auf Wikipedia «partnerschaftliche Gewalt» genannt wird. In Argentinien wird alle 32 Stunden eine Frau durch einen Mann ermordet. Jeden Tag werden schätzungsweise 12 Frauen in Südamerika Opfer von Femiziden. Das selbstverwaltete Frauendorf Jinwar in Rojava musste vor wenigen Wochen aufgrund äusserer Bedrohungen evakuiert werden. In Afghanistan wird an Frauen, die über ihre Vergewaltigung sprechen oftmals Ehrenmord verübt. In Indien wurden zwischen 2007 und 2009 über 8000 sogenannte Mitgiftmorde an Ehefrauen gemeldet, die Dunkelziffer mag ein Mehrfaches davon betragen. In Italien wird jeden dritten Tag eine Frau ermordet. In der Schweiz alle zwei Wochen. Seit 2009 wurden hierzulande schätzungsweise 186 Frauen durch häusliche Gewalt getötet.

Deshalb sind wir heute hier, deshalb sagen wir: Ni una menos – nicht eine weniger!


Genug ist genug

Wir fordern: Keine Bagatellisierung von Femiziden mehr, keine blumige Sprache, keine Schuldzuweisungen an die betroffenen Frauen und Mädchen, keine Sympathien für Täter. In einem patriarchalen Gesellschaftssystem, wo Frauen immernoch als Kinderkriegende Uteri wahrgenommen werden, in dem Frauen «ihren» Männern Folge zu leisten haben und in dem die Polizei meist erst dann ausrück